Mozart

Vater Mozart kauft das Reiseklavier

Zum ersten Mal kam Wolfgang Amadeus Mozart 1763 in seine Vaterstadt Augsburg. Es war der Auftakt zur großen Westeuropareise der ganzen Familie. Am 22. Juni rollte die Kutsche durchs Rote Tor und am 30. Juni meldet der "Augsburgische Intelligenz-Zettel": "Herr Muzard mit Frau, kommen per Posta von München, log. in 3. Mohren."
Ein weiterer Zeitungsbericht

15 Tage waren die Mozarts in Augsburg und sie besuchten das prächtige Augsburger Rathaus mit dem Goldenen Saal. Der Vater war aber enttäuscht von der Ausbeute der Musikdarbietungen: "Augspurg hat nich lange aufgehalten und mir wenig, ja nichts genützet. Denn was einkahm, das gieng auch wieder weg, weil alles ungemein teuer ist." Und Leopold Mozart soll das auf das mangelnde Interesse der betuchten katholischen Kaufleute geschoben haben.

Bekannt ist, das Vater Mozart bei diesem Aufenthalt vom Klavierbauer Johann Andreas Stein ein Reiseklavier kaufte. Ob es auch von diesem Klavierbauer gebaut worden war?

1993 tauchte ein Mozartsches Reiseklavier auf. Johannes Carda ersteigerte es damals in Chartres. Für ihn sei es ein "Geschenk des Himmels" und er rechnete das kleine Pianoforte mit den nur vier Oktaven zu "Weltkulturerbe". Das Instrument wiegt 13 Kilogramm. Es ist aus Kirsch- und Nußbaumholz gefertigt und war rund 200 Jahre verschwunden geblieben. Im November 2005 wurde es in Paris ausgestellt - auch um Spezialisten um ihr Urteil zu bitten.

Aber selbst wenn das ersteigerte Reiseklavier einstmals von Mozart benutzt wurde, es ist wohl ein anderes als das 1763 vom Vater Mozarts in Augsburg erworbene. Denn dem sagt man nach, ein "stummes" gewesen zu sein, allein bestimmt für Fingerübungen.

Der Klavierexperte Carda und seine Frau, eine Pianistin, entzifferten nach einer "Staubabdeckung" folgende Angaben: "Wirth" und das Datum "17..", vermutlich "1786" setzt Carda hinzu. In fast kriminalistischer Arbeit fand das Ehepaar noch folgendes heraus:

Das Klavier wurde vermutlich von einem Schüler des Klavierbauern Stein gebaut und in Mozarts letzten Lebensjahren von tatsächlich ihm benutzt. 1853 wurde das Klavier im italienischen Como repariert; die dortige Werkstatt brachte eine Verzierung und Unterschriften an. ... und in Como hatte einer von Mozarts Söhnen gelebt.

 

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